Rezept gegen Ärztemangel
Weiterbildung zum Allgemeinarzt
Die Entwicklung der Versorgungssituation im hausärztlichen Bereich in Deutschland ist kritisch zu sehen. Vor allem die Gewinnung von qualifizierten Assistenzärzten in ländlichen Regionen erweist sich als zunehmend schwierig. Die Gründe sind bekannt: Viele Ärzte gehen in den nächsten Jahren in Ruhestand, ohne dass in allen Fällen eine Nachfolge gesichert ist. Gleichzeitig ist durch die Überalterung der Gesellschaft ein erhöhter Bedarf an wohnortnaher medizinischer Versorgung prognostiziert.
Die sich allmählich ausbreitenden weißen Flecken in der hausärztlichen Versorgung haben die Kreisklinik und niedergelassene Fachärzte für Allgemeinmedizin zum Anlass genommen, geeignete Lösungsmodelle zu diskutieren. Durchgesetzt hat sich die Idee, einen allgemeinmedizinischen Weiterbildungsverbund als Partnerschaft zwischen niedergelassenen Kollegen und der Kreisklinik Bad Neustadt zu gründen. Der geplante Verbund hat zum Ziel, die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin attraktiver zu gestalten. Dies geschieht, indem jungen Ärzten eine Komplettlösung für die gesamte Weiterbildungszeit von fünf Jahren geboten wird.
In einer Informationsveranstaltung am 18. Januar für die Hausärzte wurde das Konzept vorgestellt. Nach Einführungen in das Thema durch den Geschäftsführer der Kreisklinik, Dr. Waldemar Hohm, und Landrat Thomas Habermann schilderte Dr. Roland May die bisherigen Erfahrungen bei der „Weiterbildungsinitiative Allgemeinmedizin" in Lichtenfels. Christiane Schlereth, in der Kreisklinik zuständig für Personal- und Unternehmensentwicklung, stellte die Details zur Gründung eines Weiterbildungsverbundes vor.
Im anschließenden Pressegespräch zeigten sich Landrat Thomas Habermann, Geschäftsführer Dr. Waldemar Hohm, der Ärztliche Direktor Dr. Rainer Kuhn, Mitinitiator Dr. Eberhard Helm (Hausarzt), Dr. Christian Pfeiffer von der Kassenärztlichen Vereinigung Unterfranken und Frank Dünisch von der AOK zuversichtlich, mit dem geplanten Weiterbildungsverbund dem Ziel, eine bedarfsgerechte Versorgung mit niedergelassenen Allgemeinärzten in der Region auch mittel- und langfristig sicherstellen zu können, ein Stück näher zu kommen. Die Details zur Gründung des geplanten Verbundes wird eine Arbeitsgruppe ausarbeiten.
